Chronik 1. FC Schwarzenfeld

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( nach Oswald Wilhelm ) 

1919 machte Georg Legner, aus englischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, Fußball in Schwarzenfeld bekannt. Am 9. Mai 1920 gründete er mit begeisterten Fußballanhängern offiziell den 1. FC Schwarzenfeld. In kurzer Zeit schufen sie eine beachtliche Sportanlage, meldeten den Club noch im selben Jahr beim Süddeutschen Fußballverband an, beteiligten sich im Spieljahr 1929/21 an Verbandsspielen der C – Klasse und wurden auf Anhieb Meister. Der Verein festigte sich in den folgenden Jahren, es gab Höhen und Tiefen. Um den Bestand des Vereins zu sichern, schloß er sich im Juli 1933 dem „Reichsbund für Leibeserziehungen“ an. Der Sportbetrieb ging durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht immer mehr zurück, bis er mit Kriegsbeginn 1939 endgültig versiebte. 

Am 6. Oktober 1945, nach Genehmigung durch die Militärbehörde, erfolgte die Wiederbegründung des 1.FC Schwarzenfeld. Unter Vorstand Michael Legner hatte man bereits 110 Mitglieder. 1945 wurden bereits Faustballabteilung und Boxstaffel aufgebaut und schließlich 1954 die Handball- und Tischtennisabteilung des aufgelösten TV 1928 Schwarzenfeld übernommen. Mitgliederzahl und sportliche Erfolge stiegen sprunghaft. Nach 30 jähriger Zugehörigkeit zur A–Klasse stiegen die Fußballer in die II. Amateurliga auf.

Mit Beschluß vom 11. Dezember 1955, eine neue Sportanlage in der Siedlung zu erstellen, läutete Vorstand Erich Schwider eine neue Ära der schwarzenfelder Sportgeschichte ein. Nach kurzer Planungsphase ging man an den Bau des Spielfeldes mit Stehtribüne, erstellte die Tennisplätze und begann mit dem Bau des FC – Heimes mit Umkleidekabinen, Waschanlagen, Sitzungszimmer, Übungssaal, einer vollautomatischen Kegelbahn, Sauna und einer kleinen Wohnung für den Platzwart. Der Markt Schwarzenfeld hatte dem FC den gesamten Platz in Erbpacht mit einem Jahreszins von 50 DM überlassen. Großzügige Unterstützung durch heimische Unternehmer und Handwerker, Markt, Landkreis und freiwillige Arbeitsstunden der Mitglieder vermieden eine zu starke Belastung der Kasse, trotz des Baues. So konnte nach einjähriger Bauzeit am 14.August 1960, im Rahmen einer Sportwoche, ein Doppelfest mit dem 40 jährigen Vereinsjubiläums und der Einweihung der neuen Anlage gefeiert und erstmals das mit 1500 DM dotierte Buchtal – Pokalturnier durchgeführt werden. 

Die Gründung und der Aufbau neuer Sparten waren die Folge.

Der „weiße Sport“ hielt mit der Gründungsversammlung am 1. Juni 1959 in Schwarzenfeld Einzug, dem am 6. Januar 1961 die Leichtathletikabteilung, die Sparte Faustball und die 1945 gegründete, und am 24.10.1961 wieder zum Leben erweckte, Gymnastikabteilung folgten. 695 Mitglieder zählte nunmehr der Verein und sportliche Erfolge stellten sich sofort ein. Der Aufstieg der Fußballer in die Landesliga Mitte, die Fertigstellung der gesamten Sportanlage und der Bau der überdachten Zuschauertribühne  mit 420 Sitzplätzen, waren weitere mächtige Impulse für den FC, die schließlich noch am 26. November 1963 zur Gründung einer Sportkegelabteilung und zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs bei der bereits 1948 gegründeten Schachabteilung führten.

Mit der Einweihung der Turn- und Schwimmhalle 1969 erfuhr der FC einen zusätzliche Schub. Die Gründung einer Judoabteilung wurde angeregt und am 2. Februar 1971 vollzogen. 

Der Mitgliederstand hatte zwischenzeitlich die 800er Marke überschritten und alle Vorbereitungen liefen unter Vorstand Rudolf Bauer für das 50 jährige Gründungsfest, zu dem der FC Bayern München zu einem Freundschaftsspie verpflichtet werden konnte. 

Die ständig wachsende Zahl der Aktiven ließ den Mitgliederstand 1977 auf über 1000 Personen klettern. Dies bewirkte einen stetigen Umbau und Erweiterung der bestehenden Anlagen. Der Bau einer Sport- und einer Tennishalle wurden ernsthaft erwogen und für den Tennissport in den Jahren 1977 – 1980 auch in die Tat umgesetzt. 

Als 1980, unter Vorstand Hans Georg Baumgart, der nun 1145 Mitglieder zählende Verein  sein 60 jähriges Jubiläum feierte war der „Sporthallenbau“ noch nicht gelöst. Es wurde fleißig geplant, die Tat blieb jedoch aus. 

Der Sportheimbrand vom 9. Dezember 1989, bei dem ein Schaden von mehreren 100.000 DM entstand, war schließlich der Anlaß zur kompletten Auslagerung der Sportstätte. Als der Marktrat 1990, trotz vieler Einwände des Vereins, diese Auslagerung beschloß, sah auch der Verein keine Möglichkeit für die Erhaltung der bisherigen Anlage. Nach dem Ankauf der Grundstücke im Norden des Marktes, einem Ideenwettbewerb für das künftige Sportzentrum, den Architekt Erich J. Gruber, Straubing, für sich entscheiden konnte, galt es 1991 noch mit dem AC Schwarzenfeld, gegründet 1972, zu fusionieren. Dadurch wurde eine gemeinsame Planung möglich. Mit der Grundsteinlegung am 27. November 1992 wurde der Startschuß für den 6,4 Mio DM teuren 1. Bauabschnitt gegeben. Er beinhaltete die Sportplätze, das Sportheim mit sämtlichen Nebenräumen und eine 4 bahnige Kegelbahn. Als dieser Abschnitt des „Sportparks“ am 15. April 1994 feierlich übergeben wurde, hoffte man auf einen baldigen Baubeginn für die Sporthalle. 

Der seit 1994 amtierende Vorstand Rolf Görner hatte nun die Bürde dieses Amtes zu tragen. Mit viel Einsatz bemühte er sich den 2. Bauabschnitt, mit einem Kostenaufwand von 6,5 Mio DM, für den nunmehr auf fast 1700 Mitglieder angewachsenen Verein, zu realisieren. Diese hohe Mitgliederzahl war Anlaß, im Jahr 1995, anläßlich des 75 jährigen Jubiläums, auch die schwarzenfelder Kirchweih in das Festprogramm mit aufzunehmen. 

Mit dem am 10. September 1999 stattgefundenen Spatenstich für die vom Architekturbüro Berg, Roding, geplante Mehrzweckhalle (45 m lang, 35 m breit ), ging endlich die bereits 1963 begonnene Planungsphase zu Ende. Schon am 14. April 2000 konnte das Richtfest und am 9. September 2000 die Fertigstellung im kleinen Kreis gefeiert werden. Die Einweihungsfeier, für die in Rekordzeit von 1 Jahr errichtete Mehrzweckhalle, fand am 16. Juni 2001 in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber statt. Er wurde bei dieser Gelegenheit, als Dank für die vermittelte Partnerschaft zum Junior-Team des FC Bayern München, zum Ehrenspielführer der FC Fußballjugend ernannt. Die „Sportparkhalle“, konzipiert für sportliche Aktivitäten und als Bestandteil des Sportzentrums, bietet aber auch als Mehrzweckhalle des Marktes, den ideale Rahmen für gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse. 

Begünstigt durch diesen Hallenbau wurde im Jahr 2002, als 10. Sparte des FC, die Abteilung Basketball gegründet.

Für den jetzt noch fehlenden 3. Bauabschnitt, Tennisanlage mit Tennishalle und entsprechenden Freiplätzen, erstellte wiederum das Architekturbüro Berg die Pläne.Sie wurden vom Marktgemeinderat am 14. Dezember 2000 zwar genehmigt, mußten allerdings wegen Anliegereinsprüchen (Lärmbelästigung) umgeplant werden.

Am 10. Oktober 2007 lag der genehmigte Plan „Tennisanlage Schwarzenfeld“ vor. Nun konnten unter der Bauträgerschaft des 1.FC Schwarzenfeld, gemeinsam mit dem Markt, im Sportzentrum eine Tennishalle mit Freiplätzen errichtet werden.

Nach 2 jähriger Bauzeit (2009/2010) weihte die Tennisabteilung am 16. Oktober 2010 die neue Tennisanlage ein und feierte gleichzeitig ihr 50 jähriges Jubiläum. Viele Sportler und Gäste waren begeistert und erfreut über das gelungene Werk.

Sehr verärgert und überrascht mußte man am Morgen des 13. Januar 2011 feststellen, daß die neue Halle überflutet worden war. Schneeschmelze und anhaltende Regenfälle ließen das viele Wasser über eine Tür an der Westseite der Halle eindringen. Großes Jammern und Wehklagen in ganz Schwarzenfeld und natürlich Fragen nach einem Schuldigen. Die Zeitung „Der Neue Tag“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 12./13. März 2011 unter anderem: „Gut Ball, heißt es ab sofort wieder in der neuen Tennishalle in Schwarzenfeld. Was vor genau zwei Monate mit einer mittleren Katastrophe für die Sparte Tennis begann, wurde nun nach acht Wochen schadensbedingter Sanierungsmaßnahmen zu einem glücklichen Ende geführt“.

Rolf Görner erklärt sehr erleichtert in der Jahreshauptversammlung am 3. Mai 2013:
„.. mit der Vollendung des 3. Bauabschnittes, der Auslagerung des Tennisgeländes, könne man nun ein über 20 Jahre altes Kapitel der Vereinsgeschichte zur Seite legen“.

Als 11. Sparte des FC entstand am 25. Januar 2013 im Sportpark die Mountain-Bike Abteilung. 35 außergewöhnliche „Radlfahrer“ freuen sich auf einen Pump- Track – Parcour, der im Naherholungsgebiet beim Sportpark  entstehen soll. 

Zur Zeit sind 1674 Personen Mitglieder beim 1.FC Schwarzenfeld, das sind 28% der schwarzenfelder Bevölkerung.

 

Die bisherigen Vorstände des 1.FC Schwarzenfeld
Legner Georg                             20.5.1920  -   6.1.1921                                 

Kehrer Robert                              6.1.1921  -   6.1.1922

Kallmünzer Josef                          6.1.1922  - 28.3.1922

Dirrigl Michael                            17.6.1922  -   6.1.1927

Lorenz Hans                                6.1.1927  - 21.4.1927

Legner Georg                            13.5.1927  -   8.1.1928

Höflich Alois                                 8.1.1928  -   6.1.1929

Lorenz Hans                                6.1.1929  - 29.5.1929

Troidl Josef                                29.5.1929  - 12.1.1930

Bösl Wolfgang                            12.1.1930  - 28.8.1931

Troidl Josef                                 28.8.1931  - 16.9.1934

Legner Georg                            16.9.1934  - 17.3.1935

Bösl Wolfgang                            17.3.1935  - 10.1.1937

Kehrer Robert                            10.1.1937  - 17.7.1937

Legner Michael                          6.10.1945  -   6.1.1950

Schwider Erich                             6.1.1950  -   6.1.1968

Bauer Rudolf                               6.1.1968   - 24.4.1980

Baumgart Hans Georg               25.4.1980  - 23.6.1994

Görner Rolf                                23.6.1994  -  bis heute

 

Ehrenvorstände
Bauer Rudolf +

Baumgart Hans Georg

Krause Erich +

Schwider Erich +

 

Ehrenmitglieder 1.FC Schwarzenfeld
Bauer Karin                         2013

Beck Gabriele                     2012

Bernkopf Willi                      1995

Eberhardt Reinhard            1996                   + 2012

Federer Heinrich                 2009

Haag Fritz                           1974                   + 2013

Klebl Josef                          1996                   + 2000

Lautner Jürgen                   2015

Lehmann Helmut                 1980                  + 2010

Lersch Willy                        1980                   + 2006

Lorenz Helmuth                    2014                   + 2017

Luschner Walter                 1957                   + 2014

Meier Josef                         2002

Merdan Josef                      1986                   + 2014                 

Müller Manfred                    2015

Niederalt Michael                1994

Rodde Manfred                   2013

Schönberger Ludwig          1994                    + 2004

Stangl Hans                        1994                   + 2012

Stano Helmut                      2001

Straller Johann                   2014

Vogel Horst                         2006

Weiß Franz                         2014

Wilhelm Oswald                  1995                   + 2014

   
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